Luftkühler reinigen: Geruch, Kalk und Schimmel vermeiden
Ein Mini-Luftkühler steht den ganzen Sommer mit stehendem Wasser in einem warmen Zimmer. Das ist die Ausgangslage, aus der Geruch entsteht, und der häufigste Grund, warum diese Geräte nach wenigen Wochen im Schrank landen. Die Ursache ist fast immer dieselbe: Die Verdunstungspatrone bleibt nach dem Ausschalten feucht und trocknet nie durch. Dagegen hilft eine Routine, die zwei Minuten dauert: Tank nach Gebrauch leeren, Gerät zehn Minuten ohne Wasser weiterlaufen lassen, Patrone alle paar Wochen ausspülen und vollständig trocknen. Kalk kommt dazu, wenn Sie hartes Leitungswasser verwenden.
Warum diese Geräte überhaupt anfangen zu riechen
Ein Verdunstungskühler funktioniert, indem eine Patrone dauerhaft feucht bleibt und Luft daran vorbeizieht. Genau das macht ihn im ausgeschalteten Zustand zum Problem. Sie schalten abends aus, im Tank stehen noch drei Zentimeter Wasser, die Patrone ist vollgesogen, und das Ganze steht bei 25 Grad im Zimmer bis zum nächsten Abend.
Dazu kommt, was die Luft mitbringt. Ein Verdunstungskühler zieht Raumluft an, und mit ihr Hautschuppen, Textilfasern und Staub. Der Teil davon, der in der feuchten Patrone hängen bleibt, ist Nahrung für Bakterien.
Das ist kein Mangel eines bestimmten Modells. Es betrifft jedes Gerät dieser Bauart, vom 38-Euro-Sichler bis zum 119-Euro-Evapolar.
Die Routine, die das verhindert
Vier Schritte, von denen nur der erste täglich ist:
- Nach dem Gebrauch den Tank leeren. Nicht bis zum nächsten Mal stehen lassen. Das ist der wichtigste Schritt und dauert zwanzig Sekunden.
- Zehn Minuten ohne Wasser nachlaufen lassen. Der Ventilator trocknet die Patrone von innen. Wenn das Gerät das nicht zulässt, nehmen Sie die Patrone heraus und legen sie an die Luft.
- Alle zwei bis drei Wochen die Patrone ausspülen. Kaltes Wasser, keine Spülmittel und keine Bürste, das Material ist empfindlich. Danach vollständig trocknen lassen, am besten über Nacht.
- Den Tank auswischen, wenn Sie ihn ohnehin leeren. Ein Tropfen Spülmittel, gründlich nachspülen, fertig.
Wer die ersten beiden Schritte einhält, braucht die anderen beiden deutlich seltener.
Kalk: das zweite Verschleißthema
Leitungswasser hinterlässt Kalk, und in einer Verdunstungspatrone setzt er sich in genau den Poren fest, die für die Verdunstung zuständig sind. Das Gerät wird über die Saison spürbar schwächer, ohne dass etwas kaputt geht.
In Regionen mit hartem Wasser lohnt sich destilliertes Wasser aus dem Baumarkt oder Drogeriemarkt. Es kostet wenig und verlängert die Standzeit der Patrone deutlich. Bei weichem Wasser können Sie sich das sparen.
Verkalkte Kunststoffteile im Tank bekommen Sie mit verdünntem Essig wieder sauber. Die Patrone selbst nicht: Sobald sie hart ist und sich nicht mehr vollsaugt, gehört sie ersetzt.
Was der Eiswürfel-Trick wirklich macht
Fast jede Verkaufsseite dieser Kategorie zeigt Eiswürfel, die in den Tank wandern. Die Idee klingt einleuchtend und geht am Funktionsprinzip vorbei. Diese Geräte kühlen durch Verdunstung, und kaltes Wasser verdunstet schlechter als lauwarmes.
Consumer Reports hat den ChillWell 2.0 daraufhin angesehen und festgestellt, dass das Eis vor allem Kondensation am Gehäuse erzeugte, ohne die ausgeblasene Luft messbar kühler zu machen. Für die ersten paar Minuten spüren Sie eventuell etwas, weil das Gehäuse selbst kalt wird. Als Dauerlösung ist es keine.
Wann sich Reinigen nicht mehr lohnt
Wenn die Patrone nach dem Trocknen weiter riecht, wenn sie sichtbare Beläge hat oder wenn sie sich hart anfühlt und kein Wasser mehr aufnimmt. Dann ist sie durch, und keine Reinigung bringt sie zurück.
Bei einem Gerät, für das es keine Ersatzpatronen zu kaufen gibt, ist das gleichbedeutend mit dem Ende des Geräts. Das ist einer der Gründe, warum wir bei Anbietern, die weder Wechselintervall noch Ersatzteilpreis nennen, in der Bewertung Punkte abziehen.
Häufige Fragen
Warum riecht mein Luftkühler nach kurzer Zeit muffig?
Weil die Verdunstungspatrone feucht bleibt, wenn Sie das Gerät ausschalten, und in einem warmen Raum stehendes Wasser innerhalb weniger Tage kippt. Der Geruch sitzt fast immer in der Patrone, nicht im Tank. Ausspülen, vollständig trocknen lassen und danach die Routine mit dem Nachlauf einhalten löst das Problem in den meisten Fällen.
Kann sich in so einem Gerät Schimmel bilden?
Ja. Alle Bedingungen sind da: Feuchtigkeit, Wärme und organischer Staub aus der Raumluft, der sich in der Patrone sammelt. Sichtbarer schwarzer oder grüner Belag auf der Patrone bedeutet, dass sie ersetzt gehört, nicht gereinigt. Bei den Tanks reicht in der Regel Auswischen mit Spülmittel und gründliches Nachspülen.
Bringt der Eiswürfel-Trick etwas?
Weniger, als die Werbung nahelegt. Eiswürfel im Tank kühlen das Wasser, aber die Kühlleistung dieser Geräte kommt aus der Verdunstung, nicht aus der Wassertemperatur. Kälteres Wasser verdunstet sogar schlechter. Consumer Reports kam beim ChillWell 2.0 zu dem Ergebnis, dass der Eiswürfel-Trick vor allem Kondensation erzeugte und die ausgeblasene Luft nicht kühler machte. Wenn überhaupt, spüren Sie einen kurzen Effekt in den ersten Minuten.
Soll ich destilliertes Wasser verwenden?
In einer Region mit hartem Wasser lohnt es sich. Kalk setzt sich in der Patrone fest, verstopft ihre Poren und kostet Verdunstungsleistung, und irgendwann bekommen Sie ihn nicht mehr heraus. Destilliertes Wasser verlängert die Lebensdauer der Patrone spürbar. In Regionen mit weichem Wasser ist der Unterschied klein.
Wie oft muss die Patrone getauscht werden?
Evapolar nennt für seine Kartusche drei bis sechs Monate. Die Direktvertriebsanbieter nennen meist gar kein Intervall, deshalb gilt dort der Augenschein: Wenn die Patrone auch nach dem Trocknen riecht, sich hart und verkalkt anfühlt oder Beläge zeigt, ist sie durch. Rechnen Sie mit mindestens einer Patrone pro Sommersaison.